Zarte Knöpfe – Tender Buttons

Ein Gespräch zwischen Rike Frank und Kathrin Köster

Kathrin Köster, Rike Frank

Rike Frank:

Wir treffen uns hier zu diesem Gespräch aufgrund unser beider Interesse für das Textile. Zugleich bietet sich auf diese Weise, da es zuvor noch keine Gelegenheit des Austausches gab, die Möglichkeit eines Kennenlernens. Anlass ist Ihr erster Katalog, der gerade im Entstehen ist und eine Auswahl an Arbeiten vorstellen wird, auf die wir später noch eingehenwerden.
Meine eigene kuratorische Praxis zu Fragen des Textilen war anfangs von der Beobachtung begleitet, dass das Textile wieder vermehrt an Kunstakademien diskutiert wurde: so kamen Stoffe oder Webtechniken direkt zum Einsatz, oder ihre Geschichte, visuelle Sprache und Materialität bildeten für Studierende einen Referenzraum, in dem kunsthistorische Ein- und Ausschlussprinzipien sowie Bedeutungszuschreibungen revidiert werden konnten. Zugleich begannen KünstlerInnen in meinem Umfeld, deren Praxis eng mit Fotografie und Film verbunden ist, ebenfalls textile Verfahren und Referenzen zu integrieren – was sich vielleicht als Texturwechsel beschreiben lässt, in dem die Beziehungen zum Optischen ebenso wie die sozio-ästhetischen und somit politischen Kräfte einer formalistischen, visuellen Sprache neu sondiert und die Grenzen zwischen Bildender und Angewandter Kunst adressiert werden,.
Ich frage mich, was IhrenZugang zu Textilien geprägt hat? Und ob Ihr Studium bei Lothar Baumgarten diesbezüglich einen Einfluss hatte?

 

Kathrin Köster:

Ausgangspunkt meiner künstlerischen Praxis ist die Malerei. Die Untergründe, also Bildträger, sind mit der Zeit dabei aber immer loser, biegsamer und beweglicher geworden. Die Bilder entstehen jetzt mit und durch die Eigenschaften der Stoffe. Faltungen und ihre Veränderbarkeit – das Instabile und Bewegliche – bestimmen die materielle Interaktion: additiv, kumulativ, sukzessiv; durch Klappen, Zusammen- und Auseinanderfalten. Zugleich ist die Inhaltlichkeit der Gemälde immer weiter nach Außen getreten – hat sich zunächst in den Raumübertragen durch eine räumlichePositionierung der Bilder. Es entstanden begehbareRäume, durch die die Betrachter*innen sich, einer inneren Choreografie folgend, hindurch bewegten. Mich interessieren physischeWahrnehmungsformen und die Körperhaftigkeit der Malerei. Die Bewegung im Raumist eine solche Form. Letztendlich hat sich mein Interesse an der Physis sehr stark in das Material eingeschrieben –Textilien sind ja meist nicht nur beweglich, sondern haben auch sehr direkt mit unserem Körper zu tun.
Textilien als Material tauchten in meiner Arbeit erst auf, als ich das Studium schon lange abgeschlossen hatte. Das Studium war für mich geprägt vom Austausch innerhalb der Klasse, in der multimedial gearbeitet wurde, und der das bewegliche Denken gefördert hat. Das ist zumindest ein Aspekt, der mit dem Textilen in Verbindung steht. –
Was aber meinenSie mit textilen Verfahren, die in der Fotografie und im Film verwendet werden?Sind es Techniken oder auch Denkweisen? Und können Sie genauer beschreiben, wasSie unter Texturwechsel verstehen?

 

Rike Frank:

Ich habe mich hier auf die Forschungen von T’aiSmith bezogen, insbesondere ihren Text „Die Grenzen des Taktilen und desOptischen. Bauhaus Textilien im Rahmen der Fotografie“, dessen deutsche Fassungin dem von Sabeth Buchmann und mir herausgegebenen Band „Textile Theorien derModerne: Alois Riegl in der Kunstkritik“ (PoLYpeN, 2015) erschienen ist – daSie erwähnten, dass Sie unter anderem durch dieses Buch auf meine Arbeitgestoßen sind. T’ai Smtih führt dort ganz wunderbar aus, wie die Bauhaus-WeberinOtti Berger in ihrem Essay „Stoffe im Raum“ das Textile gegen die aufkommendeFotografie in Stellung bringt: die Fotografie war von textilen Texturen geradezufasziniert, da sie mit ihrer Hilfe das neue optische Programm zur vollen Entfaltungbringen konnte. Anhand des Begriffs „begreifen“ erläutert Berger, dass Wissen jedochimmer der Taktilität bedarf. Diesen Rückgriff auf die Historiographie derOptikalität und die gegenwärtige Neuverhandlung der Beziehungen zwischentaktilen und optischen Parametern sprach ich als Texturwechsel an.       
In T’aiSmith’s Überlegungen zu Otti Berger finde ich aber auch Bezüge zu Ihrer Arbeit.Ein Beispiel ist die folgende Passage: „Ineiner spitzfindigen und vielleicht sogar kontraintuitiven Antwort auf dieFotografie bestand sie [Otti Berger] auf die Taktilität der unterschiedlichenMaterialien (etwa die Weichheit von Seide oder die Rauheit von Jute) und auf den Kontakt des Stoffs mit den kinästhetischen Bewegungen des Körpers imarchitektonischen Raum (mit Vorhängen oder Stoffbezügen).“[1] Daran anknüpfend die Frage: Was verbindenSie mit innerer Choreografie? Wie muss ich mir das in der konkreten Umsetzung vorstellen– geben Sie den Besucher*innen ganz gezielt eine Navigation desAusstellungsraums vor? Auf welche Weise und mit welchen Mitteln findet diese statt? Sie sagen zudem, dass „physische Wahrnehmungsformen und die Körperhaftigkeit der Malerei“wichtige Bestandteile ihrer Praxis sind: auch diese Beschreibung rückt die Präsenz der Betrachter*innen in den Blick und rahmt die Ausstellung als temporäres Ereignis. An welchen Beziehungen zwischen den Protagonist*innen –Objekten, Malerei und Besucher*innen – sind Sie interessiert?

 

KathrinKöster:

InIhrem Zitat aus T‘ai Smiths’ Überlegungen zu Otti Berger kann ich mich gut wiederfinden. Unter innerer Choreografie verstehe ich eine sich aus jeder Besucher*in selbst entwickelnde Abfolge von Handlungen. Durch meineBeschäftigung mit Positionen und Bewegungen habe ich eine eigene Navigation, die sich auf die jeweilige Ausstellungssituation überträgt, aber ich möchte dieBesucher*innen nie direkt navigieren. Es geht mir um die Herstellung vonAnknüpfungspunkten und darum, in einen Dialog zu kommen (sei er physisch oderintellektuell). Solche Dialoge zwischen Protagonist*innen, Objekten undBesucher*innen werden auf unterschiedliche Weisen initiiert und nehmen verschiedene Formen an:
Meine Arbeiten überragen fast immer meine Körpergröße und kommunizieren mitunter architektonisch. DieMalereiobjekte fungieren in ihrer Beziehung zu den Betrachter*innen alsImpulsgeber. Hier kommt der kinästhetische Aspekt zum Tragen. Vom Tanz herwürde ich dazu Methoden aus der contactimprovisation als Vergleich heranziehen, wo es unter anderem um dieWeitergabe von Kraft durch einen Berührungspunkt oder um die absichtsloseErkundung von Bewegungsmöglichkeiten geht. Auch ein Bild kann Protagonist sein,betrachten oder betrachtet werden. Als Betrachter*in nehme ich eine Haltung einund beziehe Position – im räumlichen wie im übertragenen Sinne. Zugleich bin ich an einer Beziehung zwischenObjekten und Betrachter*innen interessiert, die Verknüpfungen zu Sinnbildernschafft. In der Arbeit ex plica in sepia mania beispielsweise ist dasMotiv der Falte nicht nur Gestaltungselement, sondern auch Metapher undkunstgeschichtlicher Bezug. Die Falte steht als Symbol für etwas, das sich inder Schwebe hält – für die Welt in der Welt in der Welt.
Wenn ich meineArbeiten in Bezug zur Malerei sehe, dann lässt sich vielleicht von einer leiblich erfahrbaren Visualität sprechen. Die architektonische Bezogenheit der Arbeiten kontrastiert dabei mit der oftmals fragilen und beweglichen Materialität. Das Textile trägt diese Ambivalenz. Mich interessiert hier das Motiv einer ‚beweglichen Grenze’.
Auch meine neustenArbeiten oszillieren an einer Grenze zwischen Taktilität und Visualität. Diese Objekte aus Papier,Stoff und Porzellan stehen in einem direkten Bezug zum Körper. Materialität und Formgebung bieten eine taktile Bezugnahme an – die auchvon Performer*innen real umgesetzt wird. Gleichzeitig entziehen sie sich und denBesucher*innen wird die unmittelbare Berührung verwehrt. DieseArbeiten zeige ich derzeit in der kleinen Ausstellung tender buttons im Rahmen von fourseasonsberlin.

 

 

RikeFrank:

Auchwenn ich zuvor bereits Arbeiten bei Ihnen im Atelier gesehen hatte, verdeutlicht die räumliche Installation von tenderbuttons, wie sehr die Malereiobjekte zugleich Demonstrationsobjekte sind,die den Körper erweitern oder wie eine weitere Haut und Schicht an diesenappliziert werden können. Die Scherenschnitte im Leporello zeigen beispielhaftdie Umrisse von Personen mit Objekten. Aufgrund des hohenSchwarz-weiß-Kontrasts gehen Personen und Objekte ineinander über und bildeneine Fläche: eine Silhouette.
Was ist die Funktion des Hefts? Unddaran anschließend auch die Frage nach der Dokumentation: Hat die Idee derinneren Choreographie ihren Zugang zum Ausstellen und insbesondere zu dessenAufzeichnung verändert?

 

KathrinKöster:

DasHeft ist für mich ein eigenständiges Element, das neben den Objekten steht und sich gleichzeitig auf sie bezieht. Im Leporello folgen die scherenschnittartigen Fotografien einer Dramaturgie, einem eigenen Rhythmus mitPausen und Spannungsbögen. Es erklärt aber nichts und ist folglich auch keine‚Anleitung’, wie mit den Objekten umgegangen werden soll, sondern dieScherenschnitte sind vielmehr eine mögliche ‚Ableitung’ aus den Objekten und zeigen, in welcher Beziehungsweise ich mich mit ihnen verhalte. Die Silhouette eröffnet durch das Weglassen vonInformationen einen großen Vorstellungsraum (mehr zu sehen). Das Ineinander übergehen von Objekt und Figur führt zu einer neuen Wesenhaftigkeit des Konglomerats.
– Dabei ist es meine innere Choreografie, welche die Verortung der Objekte im Raum maßgeblich bestimmt und somit auch meinen Zugangzum Ausstellen beeinflusst. Von einigen Ausstellungen gibt es alsDokumentationsmaterial neben Ausstellungsansichten auch Filmaufnahmen – dieKamera sich durch die Ausstellung bewegend oder eine sich bewegende Persona ufzeichnend. Ob der Film als Dokumentation einer Aktivierung der Objekte von tender buttons die passende Form ist, wird im Zusammenhang mit der Kooperation mit Tänzer*innen im Rahmen des Schrittmacher Tanzfestivals im kommenden Frühling 2019 zuevaluieren sein. Denn die Filmaufnahme folgt einer festgelegten Choreographie und nimmt eine feststehende Perspektive ein. Viele leibliche Aspekte derWahrnehmung einer Performance fallen weg: der Kontakt mit den Objekten, dieMöglichkeit der eigenen Bewegung, die Akustik der eigenen Bewegung, die Gerüche und die Temperatur im Raum.

 

RikeFrank:

DerTitel Ihrer Ausstellung tender buttonsist Gertrude Steins gleichnamigem Buch entlehnt. Sie erwähnten einmal, wie aufder einen Seite Gertrude Steins Wahl der Kapitel (Objects, Food, Rooms) Ihre Aufmerksamkeit erregteund andererseits sich in Steins Verwendung von Sprache eine Resonanz davonfindet, wie Verstehen andere Wege einschlagen kann. Im Falle ihres Schreibstilsist es die Intervention in das Regelwerk der Grammatik, durch die ganzprogrammatisch eine andere Beziehung zur Leserschaft aufgebaut werden soll. Siesprachen bereits davon, dass Ihre Objekte Impulsgeber seien. Dennoch würde michaus der Perspektive Ihrer Praxis interessieren, welche Regelwerke Ihrer Meinungnach – um bei Stein zu bleiben – einer Zersplitterung bedürfen, um einneues Verstehen (mit Kunst) anzustoßen?

 

KathrinKöster:

Anden Texten der tender buttons fasziniert mich der freieUmgang mit Sprache. Gleichzeitig haben die Gegenstände, die sie zum Thema macht,einen starken Bezug zum Körper.

ACLOTH.
Enoughcloth is plenty and more, more is almost enough for that and besides if thereis no more spreading is there plenty of room for it. Any occasion shows the bestway.

WAYLAY VEGETABLE.
Leavesin grass and mow potatoes, have a skip, hurry you up flutter.
Supposeit is ex a cake suppose it is new mercy and leave charlotte and nervous bedrows. Suppose it is meal. Suppose it is sam.

Das Buch umfasst die dreiKapitel Objects, Food und Rooms. Viele Texte unter der Überschrift Objects haben mitStoffen und Kleidung zu tun (A LONG DRESS, ARED HAT, A BLUE COAT, A CHAIR, A CLOTH), und auch Food und Rooms beziehen sich auf Aspekte unserer Leiblichkeit. Und an vielen Stellen gibt es Bezüge zu unterschiedlichen Materialien und Farben.

DIRTAND NOT COPPER.
Dirtand not copper makes a color darker. It makes the shape so heavy and makes nomelody harder.
It makes mercy and relaxation and even a strength to spread a table fuller. There are more places not empty. They see cover.

GertrudeStein geht es darum, die Dinge nicht in ihrer Funktionalität oder Zuschreibung, sondern ihrem Wesen nach zu erfassen. Sokönnen die Gegenstände auch als Impulsgeber betrachtet werden. Sie selbst bezeichnet ihre Prosastücke als kubistische Stillleben – mich überzeugt unter anderem diese Verbindung zurMalerei. Wenn ich meine Arbeiten als leiblicherfahrbare Visualität beschreibe, ließen sich GertrudeSteins Texte dann nicht als sprachliche Repräsentanz einer mitunter leiblichen Erfahrbarkeitfassen? Stein nutztSprache als Material, das sich verformt, neueKombinationen eingeht, fest und beweglich zugleichist. Für mich öffnen ihre Texte große Assoziationsräume und Bilder. Ich erlebe sie nichtdurch intellektuelles Verstehen. Ich kann mich dem Klang, den Geräuschen, denBildern, den Eigenschaften der Materialien hingeben und bin dadurch vielstärker körperlich in die Wahrnehmung der Texte involviert.

 

COOKING.

Alas,alas the pull alas the bell alas the coach in china, alas the little put inleaf alas the wedding butter meat, alas the receptacle, alas the back shape ofmussle, mussle and soda.[2]

 

RikeFrank:

EinMotiv, das sich durch die Ausstellung zieht, ist das Bild des Gewands; eineFigur, in der sich Textil, Körper, Malerei und Architektur zu treffen scheinenund die ebenso in der Wahl des Titels mitschwingt wie in der Entscheidung, dassdie Objekte alle tragbar sind. Sie sprachen davon, dass auch Hanne Lorecks Textauf das Gewand eingeht?

 

KathrinKöster:

DieArbeiten, die ich unter dem Titel tender buttons zusammengefasst habe,hängen im Raum, wir können uns ihnen von unterschiedlichenRichtungen annähern. Es ergeben sich räumliche Trennungen, undgleichzeitig ermöglicht ihre Materialität, dass Akustik, Temperatur und auchdie körperliche Präsenz anderer Menschen im Raum wahrnehmbar sind. Sie bleibendurchlässig.

Hanne Loreck bezieht den Begriff des Gewands auf dieArbeit ex plica in sepia mania und betontdamit die architektonische Bezogenheit des ungegenständlichen Bildes.[3]Aus meiner Sicht beschreibt dieser Begriff sehrtreffend das Wesen dieser Arbeit: dieGleichzeitigkeit und Ambivalenz des zugleichraumdefinierenden und durchlässigen Charakters der textilenArbeit.    

Im Motiv des Gewands steckt für mich auchdas Motiv der ‚beweglichen Grenze’. Ich möchte in diesem Zusammenhang einFresko von Andrea Mantegna erwähnen, das mich schon lange begleitet: [Andrea Mantegna, Deckenfresko aus dercamera degli sposi, Castello di S. Giorgio Mantua, 1464-1474]

 

DasFresko, das die Kuppel eines geschlossenenRaumes auskleidet, die Camera degliSposi im Castello di S. Giorgio in Mantua, zeigt eine gemalte Öffnungder Architektur und schafft die Illusion des Ausblicks in den Himmel. DieMalerei fungiert an dieser Stelle als eine Art Prothese der Architektur – einklassisches Motiv in der Verbindung zwischen Malerei und Architektur und eineMöglichkeit, die Geschlossenheit der Architekturzu überwinden. Gemalte Figuren schauen vom Außenraumhinunter in den Innenraum. Wir werden als Betrachter*innen beim Betrachten desFreskos von gemalten Figuren beim Betrachten betrachtet. Durch diesenPositionswechsel aller beteiligten Figuren wird sinnbildlich eine weitereGrenze aufgeweicht und biegsamer gemacht.

 

RikeFrank:

Abschließendwürde mich interessieren, mit Ihnen über Kollaboration zu sprechen: einerseitsweil Sie, wie Sie erwähnten, im kommenden Frühling mit einer Tanzkompagniezusammenarbeiten werden, andererseits um zu hören, an welchen Stellen die kuratorischeZusammenarbeit für Sie wichtig wird oder wie Sie sich eine solche wünschenwürden? Ich glaube, in einem Treffen sagten Sie, dass die Arbeiten undAusstellungen auch wie ,Löcher’ seien, die Refugien bilden können?

 

KathrinKöster:

DenBegriff der Refugien habe ich bisher nicht benutzt, aber ich mag ihn sehr, daer das ‚Bewohnen’ und die ‚Geborgenheit’beinhaltet. Das Bewohnen passt mit den Räumen zusammen, die beweglicheArchitekturen sein können, wie in ex plica in sepia mania – dortwurde von Besucher*innen sogar spontangetanzt! –,und es passt auch zu nomadischen Arbeiten, die wie eine Motte von Raum zu Raumfliegen, vom jeweiligenCharakter des Ausstellungsorts, seinem Wesen,seiner architektonischen und historischen Schwere bzw. Leichtigkeit und seinen Referenzsystemen beeinflusst werden und sich in einer stetigenMetamorphose befinden (zum Beispiel Be Tex. Revolution, subvers).

        Wir sprachen über denAusstellungstitel Die Falten werden durchLöcher ersetzt, und in diesem Zusammenhang über die ‚Löcher’.Mich fasziniert der Gedanke, dass Löcher etwas ersetzen,etwas füllen können. Ein Leerraum, derdurch seine Leere erst zu seiner Lebendigkeit findet. Im Falldieser Ausstellung wurde der Leerraum von fünf Performer*innen bespielt, diezwei Aquarellpapierbahnen nach einer bestimmten, von mir entworfenenChoreographie zu einer paraventartigen Architektur ent- und wiedereinrollten. Das Loch wurde zur Eröffnung mit einem temporären Ereignis gefüllt.Während der Ausstellungsdauer wurden lediglich die zusammengerollten Papierbahnenund eine kurze Sequenz der Performance über eine Projektion gezeigt. Die ArbeitDie Falten werden durch Löcher ersetztfolgte zeitlich auf ex plica in sepiamania, eine Arbeit, in der die Falten einen sehrzentralen Raum einnahmen. Die Falten wurden jetzt also gewissermaßenersetzt durch einen frei bespielbaren Raum, in demeine temporäre ‚Entfaltung der Ausstellung’ stattfand. Undnicht zuletzt war das eben eineKollaboration mit fünf Performer*innen.

        Insofern freueichmich sehr auf die neue Kooperation im Rahmen desSchrit_tmacher Tanzfestivals 2019. Losgelöst von jederChoreographie stelle ich mir diesmal einedirekte Bezugnahme der Tänzer*innen auf die Objekte tender buttons vor. Impulse für die Tänzer*innen sollen sich alleindurch die Objekte selbst ergeben – durch ihre Materialität, ihre Form und ihreMöglichkeiten der Handhabung. Ich denke in diesem Zusammenhang andas Gespräch Proben am Stück zwischenSabeth Buchmann und Heike-Karin Föll, in demes unter anderem auch um die Beziehungzwischen Malen und Tanzen geht. Heike-Karin Föll sieht das Malen immer auch mitdem Bedürfnis verknüpft, sich zu bewegen, Gesten zu erproben, die eine Spur zu hinterlassen–genau wie der Tanz.[4]Undzu Beginn unseres Dialogs sprach ichselbst bereits von der ‚Körperlichkeit der Malerei’:in malerischen Prozessen ist mein Körper als Machende/Malende ein ganzwesentlicher Bestandteil, besonders, wodie Größe der Arbeiten die eigene Körpergröße bei weitem übersteigt.Insofern bin ich nicht nur als Malerin bewegendinvolviert, sondern auch als Betrachterin, indemich die Arbeiten, mich bewegend, erfasse – durch den wahrnehmendenKörper. –

        Noch ein Wort zur kuratorischenZusammenarbeit: da interessiert mich besonders,welche neuen Verbindungen zu anderen künstlerischen Positionen erdacht werden. Welcheneuen Verortungen und Kontextualisierungen sich durch die gedanklicheZusammenarbeit mit einer*m Kurator*in ergeben. EineKollaboration zur Herstellung weiterer Kollaborationen.

 

 

[1]  Tai S’mith: „Die Grenzen des Taktilen und des Optischen.Bauhaus Textilien im Rahmen der Fotografie“, in:Sabeth Buchmann, Rike Frank (Hgg.), TextileTheorien der Moderne. Alois Riegl in der Kunstkritik, Berlin: b_books/PoLYpeN 2015, 145-167, 164.

[2] Alle Prosastücke aus:Gertrude Stein, TenderButtons. Zarte knöpft, übersetztvon Barbara Köhler, Frankf./M.: Suhrkamp2004.

[3] Vgl. Hanne Loreck, Die Tat der Falte (in diesem Band).

[4] Sabeth Buchmann,Heike-Karin Föll, „Proben am Stück“ [Gespräch], in:Hans-Jürgen Hafner, Gunter Reski (Hgg.), Thehappy fainting of painting, Ein Reader zur zeitgenössischen Malerei, Köln:Verlag der Buchhandlung Walther König 2014, 74.

 

Tender Buttons – Tenderly Buttoned – Button Tenders

Kathrin Köster in conversation with Rike Frank

Kathrin Köster, Rike Frank

Rike Frank:

This meeting is achance for us to discuss our shared interest in textiles. But also, since wehaven’t previously had the chance to talk, it will allow us to get to know eachother’s work. The occasion is your first catalogue that is currently inproduction, featuring a selection of works that we’ll discuss later.
My own curatorial practice concerning textilesinitially coincided with their increased presence at art academies: fabrics andweaving techniques were used directly, or their history, visual language andmateriality were taken as a frame of reference within which to reappraise principlesof art-historical inclusion and exclusion, as well as received hierarchies ofvalue. At the same time, artists whose practice is closely linked to photographyand film began to include textile procedures and references in their work, adevelopment that might be described as a change of texture, in whichrelationships to the visual and the socio-aesthetic (and thus political) forcesof a formalist visual language were explored afresh, addressing the boundariesbetween fine and applied art.
I’d like to ask whatshaped your approach to textiles. Was studying with Lothar Baumgarten aninfluence?

 

Kathrin Köster:

The point of departure for my artisticpractice is painting. Over time, the supports became more and more loose,flexible and mobile. Now the pictures come about with and through theproperties of the fabrics. The changeability of folds, their instability andflexibility, determines the material interaction: additive, cumulative, successive;via folding and unfolding. At the same time, the content of the paintings movedfurther and further outwards, beginning with the step into three dimensions viainstallation-based hangings. This created spaces through which the viewer couldmove, following an inner choreography. I’m interested in physical forms ofperception and the physicality of painting. Movement in space is one such form.Finally, this interest in the physical inscribed itself into the material – textilesare mostly not just flexible but also have directly to do with our bodies.
Textilesfirst appeared in my work long after I graduated. My student years were markedby exchanges within the class, where a multimedia approach was taken thatfostered dynamic thinking. That is at least one aspect associated with thetextile.
Butwhat did you mean by textile approaches in photography and film? Do you meantechniques or also ways of thinking? And can you describe more precisely whatyou mean by a change of texture?

 

Rike Frank:

I was referring to the research carried outby T’ai Smith, especially her text “Limits of the Tactile and the Optical:Bauhaus Fabric in the Frame of Photography”, the German version of which wasincluded in a book edited by Sabeth Buchmann and myself, “Textile Theorien derModerne: Alois Riegl in der Kunstkritik” (PoLYpeN, 2015) – you mentioned thatthis was one of the books where you originally came across my work. T’ai Smith givesa wonderful account of how, in her essay “Stoffe im Raum” (Fabrics in Space),the Bauhaus weaver Otti Berger relates textiles to the emerging medium of photography:photography was fascinated by textile textures as they helped it to fullydevelop a new optical programme. Using the concept of “grasping”, Bergerexplains that knowledge always depends on the haptic. This reference to the historyof opticality and the current renegotiation of relations between tactile andoptical parameters is what I meant by a change of texture.
InSmith’s remarks on Otti Berger I also find links to your work. One example isthe following passage: “Through a subtle and perhaps counterintuitive responseto photography, [Otti Berger] insisted on the tactility of different materials(the smoothness of silk or the roughness of jute, for instance) as well asfabric’s contact with kinaesthetic movements of the body within architecturalspace (with curtains or upholstery).”[1] In this light, I want to ask what you associate with inner choreography?How does this work in a concrete installation situation? Do you predefine theway visitors should navigate the exhibition space? How and by what means doesthis take place? You also mentioned the importance of physical forms ofperception and the physicality of painting: this description, too,focusses on the presence of the visitor and frames the exhibition as atemporary event. Which relations between the protagonists – objects, painting,visitors – are you interested in?

 

Kathrin Köster:

I can certainly relate to your quote from T’ai Smith’s remarks on OttiBerger. What I mean by inner choreography is a sequence of acts that developsout of each viewer him or herself. Through my work on position and movement, Ihave a navigation of my own that transfers itself to specific exhibitionsituations, but I would never want to guide visitors directly. For me it’sabout creating points of contact and establishing a dialogue (be it physical orintellectual). Such dialogues between protagonists, objects and visitors areinitiated in different ways and take different forms.

        My works are almost alwaystaller than I am and they sometimes communicate architecturally. In theirrelationship with the viewer, the painting objects act as cues. This is wherethe kinaesthetic aspect comes into play. To use a comparison from the field ofdance, it’s like in methods of contact improvisation where, among other things, force is passed on through a point ofcontact and possibilities for movement are explored with no specific purpose. Apicture, too, can be a protagonist, can view or be viewed. As a viewer, I adopta stance and take a position – in both spatial and figurative senses. At thesame time, I’m interested in arelationship between objects and viewers that creates links to symbols. In mywork ex plica in sepia mania, for example, the motif of the fold is not justan element of the work, but also a metaphor and an art-historical reference. Thefold is a symbol for something that remains in a suspended state – for theworld inside the world inside the world.

        If my works are viewed inthe context of painting, then one might speak of a corporeal experience of visuality. The relatedness of the works to architecture contrastswith their often fragile and flexible materiality. The textile carries this ambivalence.I’m interested here in the motif of a “movable boundary”.

        My most recent works also oscillatebetween tactility and visuality. These objects made of paper, fabric andporcelain are directly related to the body. Their materiality and forms propose tactile relations – which are alsoactually realized by performers. At the same time, they are elusive andvisitors are denied direct touch. These works are currently on show in asmall exhibition called tender buttonsas part of fourseasonsberlin.

 

 

Rike Frank:

Although I had already seen works in your studio, the installation of tender buttons in the space highlightsthe degree to which the painting objects are also demonstration objects thatextend the body or can be applied to them as an extra skin and layer. The concertina-foldedpapercuts, for example, show the outlines of people with objects. Due to thehigh black-and-white contrast, person and object merge and form a singlesurface, a silhouette.
What is the function ofthe booklet? This also raises the question of documentation: Has the idea of aninner choreography changed your approach to exhibiting and especially to documentingshows?

 

Kathrin Köster:

I see the booklet as an independent element that stands alongside theobjects at the same time as referring to them. In the concertina-folded work,the silhouette-like photographs follow a dramaturgy, a distinct rhythm withpauses and tension that rises and falls. But it doesn’t explain anything and isthus not a “guide” to dealing with the objects. Instead, the papercuts are onepossible “derivative” of the objects, showing how I myself relate to them. Byomitting information, the silhouette opens up a large space for the imagination(to see more). The merging of object and figure leads to a new conglomerateentity.
And it is my inner choreography that determines thepositioning of the objects in the space, in turn influencing my approach toexhibiting. For some shows, as well as photographs of installation views thereis also film documentation, for which the camera moves through the show or filmsa person moving through it. Whether film is suited to documenting the activationof the objects in tender buttons issomething we will evaluate together with dancers in a cooperation as part ofthe Schrit_tmacher dance festival in spring 2019. Since filming follows apredefined choreography from a fixed viewpoint, physical aspects of theperception of a performance are lost: contact with the objects, the viewer’sscope for movement, the sounds of one’s own movements, the smells and thetemperature in the space.

 

Rike Frank:

The exhibition title tenderbuttons is borrowed from Gertrude Stein’s book of that name. You once saidyour attention was caught by Stein’s choice of section headings (Objects, Food,Rooms) and how her use of language resonates with the way understanding canpass by different routes. Concerning her style, her treatment of the rules ofgrammar is meant to establish a different relationship with the reader. You’vealready mentioned that your objects supply cues. In terms of your practice, I’dbe interested to hear which rules you think need to be broken in order (forart) to facilitate new forms of understanding?

 

Kathrin Köster:
What fascinates me about the texts in Tender Buttons is their free use of language. At the same time, the objectsshe addresses have strong links to the body.

 

A CLOTH

Enough cloth is plenty and more, more is almost enoughfor that and besides if there is no more spreading is there plenty of room forit. Any occasion shows the best way.

 

WAY LAY VEGETABLE

Leaves in grass and mow potatoes, have a skip, hurryyou up flutter.

Suppose it is ex a cake suppose it is new mercy andleave charlotte and nervous bed rows. Suppose it is meal. Suppose it is sam.

 

 

Thebook has three sections, Objects, Food and Rooms. Many ofthe texts in the Objects section have to do with fabrics and clothing (A LONG DRESS, A RED HAT, A BLUE COAT, A CHAIR, ACLOTH), while Food and Roomsalso refer to aspects of our corporeality. And in many places there are references to differentmaterials and colours.

                                                         

DIRT AND NOT COPPER

Dirt and not copper makes a color darker. It makes theshape so heavy and makes no melody harder.

It makes mercy and relaxationand even a strength to spread a table fuller. There are more places not empty.They see cover.

 

For Stein, the focus is on capturing not the functionality or attributedmeaning of things, but their essence. In this sense, her objects, too, can beunderstood as giving cues. Stein herself referred to her prose pieces as Cubiststill lifes and this link to painting, among other things, makes sense to me.If I describe my own works in terms of a corporeal experience of visuality,would it not also be possible to describe Stein’s texts as a representation inlanguage of such a corporeal experience? She uses language as a material thatchanges shape, that forms new combinations, that is both solid and flexible. Forme, her texts are highly evocative and full of images. I don’t experience themvia intellectual understanding. I can abandon myself to the sound, the images,the properties of the materials, meaning that I am far more physically involvedin perceiving the texts.

 

COOKING

Alas, alas the pull alas the bell alas the coach inchina, alas the little put in leaf alas the wedding butter meat, alas thereceptacle, alas the back shape of mussle, mussle and soda.[2]

 

Rike Frank:

One motif that runs through the exhibition is that of the robe or Gewand [the German word for garment thatincludes the word for wall, Wand], afigure in which textile, body, painting and architecture seem to meet, and whichresonates both with your choice of title and with the decision to make all ofthe objects wearable. You mentioned that Hanne Loreck’s essay deals with thisaspect?

 

KathrinKöster:

Theworks I have brought together under the title tender buttons hang in thespace, we can approachthem from different directions. This divides up the space, and at the same timetheir materiality makes it possible to perceive sounds, temperature and thephysical presence of other people in the space. They remain permeable.

Writing about my work ex plica in sepia mania, Hanne Loreck uses the German word Gewand to emphasize the non-figurativepicture’s relatedness to architecture.[3] In my view, this is afitting description of the essence of this work: the simultaneity and ambivalenceof the textile-based work’s character as both space-defining and permeable.

For me, the motif of the garment also contains themotif of the “moveable boundary”. In this context, I’d like to mention a frescoby Andrea Mantegna that has always fascinated me: [Andrea Mantegna, ceiling fresco from the Camera degli Sposi,Castello di S. Giorgio Mantua, 1464-1474]

 

The fresco, which decorates the dome of a closed space, the Cameradegli Sposi at Castello di S. Giorgio in Mantua, shows a paintedopening in the architecture, creating the illusion of a view out into the sky.Painting acts here as a kind of prosthesis to the architecture – a classical motifin the combination of painting and architecture and a way of overcoming theclosure of architecture. Painted figures look down into the room from“outside”. As viewers of the fresco, we are viewed by painted figures, a switchingof positions that symbolically renders a further boundary softer and moreflexible.

 

Rike Frank:

Finally, I’d be interested to discuss collaboration: on the one handbecause, as you mentioned, you will be working with a dance company in thespring, and on the other to hear what aspects of curatorial cooperation are importantto you and what shape you like such cooperation to take? I think you once saidthat the works and exhibitions are also like “holes” that can form refuges?

 

Kathrin Köster:

The concept of refuge is not one I’ve used before, but I very much likeit because it contains the notions of “dwelling” and “shelter”. Dwellingcorresponds to the spaces that can be mobile architectures, as in ex plica in sepia mania – some visitorseven spontaneously started dancing! – and it also fits with nomadic works thatfly from room to room like a moth, being influenced by the character of eachspecific exhibition location (its essence, its architectural and historicallightness or heaviness, its systems of reference) and undergoing a constantprocess of metamorphosis (works like BeTex. Revolution, subvers).

        We’ve already spoken aboutthe exhibition title Die Falten werdendurch Löcher ersetzt [Holes Replace Folds] and in particular about the“holes”. I’m fascinated by the idea of holes being able to replace or fillsomething. An empty space that is animated precisely by its emptiness. In thecase of this exhibition, the empty space was inhabited by five performersfollowing a choreography I had devised, rolling up and unrolling two lengths ofwatercolour paper to make a screen-like architecture. For the opening, the holewas filled with a temporary event. For the duration of the exhibition, only therolls of paper were on show, plus a brief sequence from the performance as afilm projection. In chronological terms, DieFalten werden durch Löcher ersetzt followed on from ex plica in sepia mania, a work in which folds occupy a centralplace. In the newer work, the folds were replaced by an open space in which a temporary“unfolding of the exhibition” took place. Last but not least, this was also a collaborationwith five performers.

        In this light, I am verymuch looking forward to the new Schrit_tmacher dance festival cooperation in 2019.Detached from any choreography, this time I imagine the dancers relatingdirectly to the objects that make up tenderbuttons. The dancers should take their cues from the objects only – fromtheir materiality, their shape and the ways they can be handled. In thiscontext, an interview between Sabeth Buchmann and Heike-Karin Föll comes tomind in which they discuss, among others, the relationship between painting anddancing. For Föll, painting is always linked to a need to move, to try outgestures, to leave a trace – just like dance.[4] And at the beginning ofour conversation, I already mentioned the “physicality of painting”: as thething doing the painting, my body is an essential component in processes ofpainting, especially when the format of the works is far larger that one’s ownphysical height. So I’m involved in motion not just as a painter but also as aviewer, apprehending the works in motion through my perceiving body.

        Finally, a last remark oncuratorial collaboration: here, I’m especially interested in which new connectionsto other artistic positions are thought up. Which new forms of situatedness andcontextualization result from conceptual cooperation with a curator. A collaborationto produce further collaborations.

[1] T’ai Smith, Bauhaus WeavingTheory: From Feminine Craft to Mode of Design (Minneapolis: University ofMinnesota Press, 2014), p. 81.

[2] All excerpts from: Gertrude Stein, “Tender Buttons” in Look at Me Now and Here I Am: Writings andLectures 1909-45 (London: Penguin 1971), pp. 161-206.

[3] See HanneLoreck, “The Act of theFold” (in this catalogue, pp. **).

[4]Sabeth Buchmann, Heike-Karin Föll, “Proben am Stück” in: Hans-Jürgen Hafner,Gunter Reski (eds.), The Happy Faintingof Painting, Ein Reader zur zeitgenössischen Malerei (Cologne: Verlag derBuchhandlung Walther König 2014), p. 74.