
Ich wünsche mir.
Eine Praxis, die geprägt ist von dem Begehren, Räume zu schaffen, in denen alles
gleichzeitig da sein darf: Wut und Lust, Stille und Fülle. Wir leben eine Zuversicht, die
aus der Begegnung entsteht. Aus Vertrauen. Aus der Bereitschaft, liebgewonnene
Gewissheiten loszulassen und gemeinsam neue Räume zu betreten. Dabei verstehen wir
das Raumnehmen als eine feministische Handlung, als sinnliche Ausdehnung die wächst
und fließt.
Es gibt Bewegung, Material, Gespräch. Wir unterhalten uns. Wir durchkreuzen Flüchtiges wie Wildes, folgen zarten Windungen, Rundungen und Aushöhlungen, die neuen Formen wachsen, beinahe mühelos. Oder wir sprechen nicht. Wir arbeiten mit Zuständen des Fließens und der Unterbrechung, mit Zwischentönen, dem Rascheln und deren Echo. Unsere Körper zeichnen, greifen, verschieben, tasten ab, spüren auf, um auf einer anderen Ebene denken zu können.
Wir beschwören die Schwelle zu einer inneren Welt herauf, in der die Sprache ihre Macht verliert. Oder wir gründen eine WG.
Dabei hinterlassen wir Spuren, ziehen sie hinter uns her. Als Zeichnungen, als Verdichtungen. Gedanken- und Materialspuren werden konserviert wie Pflanzen in Aspik, Wachs oder Glas. Sie erscheinen als räumliche Setzungen und Gesprächsfragmentszeichnungen.
Gibt es einen Besen mit dem wir die Pfütze verschieben und die Fläche gestalten können?
Ich habe Lust.
I dream of....
A practice shaped by the desire to create spaces where everything can exist
at once: anger and desire, stillness and abundance. We live by a sense of
confidence that arises from our interactions. From trust. We understand
taking up space as a feminist act, as a joyful, sensual expansion that grows
and flows.
There is movement, material, conversation. We talk. We follow the delicate
and the wild, we trace winding paths, curves, and hollows until new forms
emerge, almost effortlessly. Or we remain silent. We work with states of flow
and interruption, with subtle shifts, with rustling sounds and their echoes. Our
bodies draw, grasp, move, trace, and feel their way forward, so that we can
think on another level.
We summon a threshold to an inner world where language loses its authority.
Or we set up a shared living space.
Along the way, we leave traces behind and carry them with us: drawings,
remains, moments of condensation. Traces of thought and material are
preserved like plants suspended in aspic, wax, or glass. They reappear as
spatial arrangements and drawings made from fragments of conversation.
Is there a broom with which we can shift the puddle and reshape the surface?
I’m up for it.
Künstlerische Zusammenarbeit mit Nelli David
Artistic collaboration with Nelli David





